Was tun bei dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler?

Haben Sie den Verdacht, dass Sie fehlerhaft behandelt sein könnten ein Behandlungsfehler vorliegt, lohnt es sich fast immer, der Sache auf den Grund zu gehen. Auch wenn nach einer Prüfung der Unterlagen kein Behandlungsfehler festzustellen ist, haben Sie endlich Klarheit und können mit der Sache abschließen.


Dabei ist es in einem ersten Schritt immer sinnvoll ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen. Ein solches Gedächtnisprotokoll hilft dabei, das Erlebte festzuhalten, bevor die Erinnerungen verblassen.


Ein Gedächtnisprotokoll sollte so zeitnah und so ausführlich wie möglich angefertigt werden. Das Erlebte sollte – wenn möglich – chronologisch von vorne bis hinten niedergeschrieben werden. Sollte das Datum und die Uhrzeit der Behandlung oder eines Aufklärungsgesprächs noch präsent sein, so sollten auch diese Informationen aufgeschrieben werden. Gerade die zwischen Ihnen und den Ärzten oder Ärztinnen geführten Gespräche sind in Arzthaftungsprozessen oft von besonderer Bedeutung. Da die Aufklärung mündlich zu erfolgen hat und nur ergänzend auf Aufklärungsbögen Bezug genommen werden darf, sind gerade die äußeren Umstände und die Inhalte, Zeitangaben etc. des Aufklärungsgesprächs nicht selten streitentscheidend. Nehmen Sie sich die Zeit, diese Informationen niederzuschreiben! Wenn neben Ihnen selbst auch noch weitere Personen etwas zum Verlauf sagen können (z.B. Ehepartner, Eltern o.ä.), ist es hilfreich, wenn Sie auch diese bitten, ein Gedächtnisprotokoll zu verfassen.


In einem nächsten Schritt ist es ratsam medizinrechtliche Hilfe einzuholen. Auf das Medizinrecht spezialisierte Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen können Ihnen bei der Einholung der Behandlungsunterlagen, der Prüfung der Behandlungsfehlerfrage und ggf. Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen behilflich sein. Dabei gibt es nur wenige, die auf eigene Beratungsärzte und Beratungsärztinnen zurückgreifen, mit deren Hilfe die Unterlagen medizinisch und rechtlich ausgewertet werden können. Das ist aber sinnvoll. Nur so lässt sich mit der Gegenseite auf Augenhöhe sprechen.


Die Kanzlei wird in aller Regel die Behandlungsunterlagen der verschiedenen Behandler einholen und diese auswerten. Erst dann kann Ihnen mitgeteilt werden, ob mit ausreichender Wahrscheinlichkeit Schadensersatzansprüche wegen eines Behandlungsfehlers bestehen. Wenn dies der Fall ist, wird man mit Ihnen die weiteren Handlungsmöglichkeiten besprechen. Je nach Sachverhalt können unterschiedliche Alternativen sinnvoll sein (z.B. außergerichtliche Verhandlungen, Schlichtungsverfahren, Klagverfahren).

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